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«Habe auch wegen Baumann gewechselt»

Bieler Tagblatt, 6. August 2010


Bild H.P. Gribi - 2023


Yves Ghisoni traf mit dem FC Büren am Aare-Cup auf seinen früheren Verein, den FC Orpund. Der Verteidiger wechselte in der Saisonpause innerhalb des Seelands zum Team von Trainer Kurt Baumann.


Es ist ruhig beim Fussballplatz in Orpund, nahe der Aare. Erstaunlich ruhig. Der Grund für die scheinbare Stille ist schnell gefunden: Der FC Büren bestreitet zwar ein Testspiel, «Vulkan» Kurt Baumann steht aber nicht an der Seitenlinie. Seine lautstarken und emotionalen Ausbrüche sind bekannt - und gefürchtet. Nur vor dem Einlaufen war der Cheftrainer kurz in Orpund. Gab in der Kabine Anweisungen, verkündete die Mannschaftsaufstellung. Dann fuhr er wieder nach Büren. 3,5 Kilometer liegen zwischen dem Fussballplatz in Büren und demjenigen in Orpund. Kurt Baumann leitet ein Training, während sein Team gleichzeitig ein Spiel bestreitet. Ein Kader mit 25 Spielern macht es möglich (das BT berichtete).

Baumann rief, Ghisoni kam Zwölf Spieler des FC Büren sind am Aare-Cup vertreten. Ein Auswechselspieler, für den Fall einer Verletzung. Aber die Augen der spärlich erschienenen Zuschauer sind vor allem auf einen der zwölf im roten Dress gerichtet: Yves Ghisoni. 2006 wechselte der Verteidiger vom FC Biel zum FC Orpund. Nun, nach vier Spielzeiten mit den Blau-Gelben, zieht es ihn weiter. «Es hat mich gereizt, wieder etwas Neues kennen zu lernen, eine neue Heraus- forderung», sagt Ghisoni. Doch wieso der FC Büren? Der Verteidiger erklärt: «Ich kannte da schon einige Spieler. Ich wusste, dass mir so der Einstieg erleichtert wird.» Und natürlich der Trainer mit dem klingenden Namen. Baumann ist wohl bekannter als jeder Spieler des FC Büren. «Ich habe auch wegen des Trainers gewechselt. Er hat mich ja angefragt. Er ist ein sehr guter Trainer. Ich kannte ihn schon aus meiner Zeit beim FC Biel.» Ghisoni betont, dass dies Ralph Moser, Trainer des FC Orpund, nicht abwerten soll. «Die Trainings waren auch in Orpund gut. In Büren sind sie einfach noch ein wenig intensiver.» Zu Beginn der neuen Saison hat sich Ghisoni bei Orpund verabschiedet und durchlief die Vorbereitung in Büren.


Drei Orpunder zu Büren

Zu Beginn des Gruppenspiels des Aare-Cups sieht Ghisoni mit seinen drei Verteidiger-Kollegen immer wieder ziemlich alt aus. Die Viererkette wird in der Startviertelstunde von den Orpundern richtiggehend überrannt. Das 1:0 für die Gastgeber des Turniers in der 11. Minute ist die logische Folge. «Ich mache nie Geschenke. Wenn ich spiele, habe ich keine Freunde», sagt Ghisoni. Die Abstimmung habe zu Beginn einfach gefehlt. Und es kommt besser für Ghisoni und sein Team. Die Büren-Spieler stehen näher beim Gegner, sind präsenter in den Zweikämpfen. Am abgewanderten Ghisoni gibt es in der Folge kein Vorbeikommen mehr für die ehemaligen Teamkameraden. Büren dreht das Spiel, siegt mit 3:2 und steht damit im Final von morgen gegen Grünstern.


«Die Matcheinstimmung von Baumann ist immer sehr intensiv», erzählt Ghisoni. «Auf einem Blatt zeichnet er Laufwege und Spielzüge auf. Da ist am Schluss fast kein Fleck mehr weiss», lacht er. Die Laufwege zumindest stimmen beim Defensivmann. So auch nach Abpfiff vom Schiedsrichter nach den 60 Spielminuten. Ghisoni klatscht bei allen Orpundern ab. Euphorische Wiedersehensfreude sieht anders aus, aber ein paar Worte werden gewechselt. «Die meisten haben mir eine gute Saison gewünscht.» Ghisoni grinst. Er weiss: Bereits am 26. September kommt es zum nächsten Duell. Und dann geht es um Punkte. «Ich freue mich auf dieses Spiel.»

Ghisoni ist nicht der einzige Orpunder Spieler, der in der Saisonpause zu Büren wechselte. Auch Pascal Hänseler und Silas Meissgeier zog es zum Rivalen. Die beiden waren gegen ihren ehemaligen Verein aber nicht dabei. Sie schwitzten derweil in Büren unter den strengen Blicken Baumanns. Das wird auch Ghisoni vor dem ersten Meisterschaftsspiel noch oft tun. Denn er weiss: Unter Baumann gibt es keine Stammplatzgarantie. Auch nicht gegen die ehemaligen Mitspieler.



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