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FCB - FC Lengnau 2:1 (1:1)

Aktualisiert: 12. Jan. 2023

19. Oktober 2014, 14:30 Uhr, Fussballplatz Lachen, Büren an der Aare

Meisterschaft 3. Liga



FC Büren an der Aare: Jarno Beyeler (C), David Schläfli, Dino Dulepa, Fabrice Phillot, Joaquim Mendes da Silva, Anoch Ramalingam, Benjamin Siddique (86‘ Dominik Schläftli), Manuel Scheidegger, Reto Rüttimann, Micael Santos Ferreira, Luca Lauper (89‘ André Habegger)


Ersatz: Mikael Stauffer (ET)


Abwesend: Nils Beyeler (verletzt), Ruben Dos Santos, Nino Dulepa (gesperrt). Joël Scheidegger (Piketteinsatz), Yannik Scheidegger, Denis Schneider (verletzt), Paul Gilles Schori (verletzt), Yannik Tüscher (verletzt)


Trainer: Reto Rüttimann

Coach: Björn Beyeler


Tore: 0:1 23‘ Kris Röthlisberger, 31‘ 1:1 Benjamin Siddique (Penalty), 48‘ 2:1 Dino Dulepa

Bemerkungen:

Wunderschöner, warmer Herbsttag. Den Umständen entsprechend gepflegtes und gut bespielbares Terrain (Fahrnis Gärten ein herzliches Dankeschön für die Ausleihe des Firmenmähers)

44‘ rote Karte Christoph Baumann (Lengnau, Notbremse), 70‘ rote Karte Micael Santos Ferreira (SR schickt falschen Mann unter die Douche)

Gelbe Karten: 57‘ Benjamin Siddique, 61‘ Anoch Ramlingam (nächstes Spiel gesperrt), 69‘ Dino Dulepa


Matchballspender: Walter Meier Lüftungshygiene AG, 3052 Zollikofen Getränkehandel Alois Chiti, Aarbergstrasse 1, 3294 Büren a. A.


Spielbericht: Der FCB ist nach diesem Arbeitssieg nun bereits zum vierten Mal in Folge ungeschlagen und bewegt sich auf leisen Sohlen vom Tabellenende weg. Aber die Differenz zum letzten Platz beträgt lediglich vier Punkte, dünnes Eis also.


Büren, durch Verletzungen aus dem Spiel gegen Rüti arg dezimiert, Nils Beyeler, Denis Schneider und Paul Gilles Schori mussten passen, musste kurz vor Spielbeginn einen erneuten Dämpfer wegstecken. Joel Scheidegger wurde durch einen Piketteinsatz ebenfalls aus dem Rennen geworfen. Die Aufstellung Bürens, gegenüber dem letzten Spiel völlig umgekrempelt, vermochte aber durch Einsatz und Kampf dennoch zu gefallen.


Es war ein vorsichtiger Beginn beider Teams. Risiken vermeiden und versuchen, über ein gepflegtes Passspiel ins Spiel zu kommen, hiess die Devise. Dementsprechend unspektakulär und ohne Torchancen offenbarten sich die ersten zwanzig Spielminuten. Für den ersten Aufreger sorgte Torhüter Pascal Wolf im Lengnauer Kasten. Ein scharfer Schuss auf Kopfhöhe entgleitet ihm aus den Händen, klatscht an den Pfosten und fliegt hinter die Toroutlinie. Praktisch im Gegenzug verpasst Lengnau die Führung über einen Eckstoss ebenfalls nur knapp. In der 23. Minute passiert, was man aus Bürener Sicht tunlichst vermeiden wollte. Lengnau eröffnet nach einem groben Stellungsfehler der Bürener Defensive, durch Kris Röthlisberger, das Score. Kann die heftige verbale Attacke von Jarno Beyeler in Richtung des Fehlbaren Wirkung zeigen? Wir erfahren es später im Resümee. Büren lässt sich trotz des Rückstandes nicht gross aus der Ruhe bringen und spielt flott nach vorn. Ein Nachsetzen von Joaquim Mendes da Silva, Pascal Wolf kann erneut einen Ball nicht blockieren, bringt den vermeintlichen Ausgleich. Der Schiedsrichter aber annulliert den Treffer wegen eines Foulspiels am Torhüter. In der 31. Minute dann endlich das Erfolgserlebnis. Reto Rüttimann wird mustergültig lanciert und kann nur durch ein Foul gestoppt werden. Benjamin Siddique verwandelt den fälligen Penalty und bringt den FCB wieder ins Spiel. Nicht unverdient, denn der Heimclub hat nach der überraschenden Führung der Lengnauer mehr ins Spiel investiert und vehement den Ausgleich gesucht. Im gleichen Stil powert Büren weiter und wendet endlich an, was wir als Zuschauer schon seit etlichen Spielen vermisst haben. Das kontrollierte Passspiel. Joaquim Mendes da Silva hat in seinem ersten Spiel für den FCB in dieser Hinsicht einen tollen Einstand gefeiert. Wiederum aus einem kontrolliert vorgetragenen Angriff entsteht eine der Schlüsselszenen dieses Spiels. In der 44. Minute wird Reto Rüttimann flach und präzise in Richtung Sechzehner angespielt. Im Laufduell mit Christoph Baumann behilft sich dieser mit den Händen, und bringt Rüttimann, notabene als letzter Mann, zu Fall. Die Konsequenz aus dieser ungeschickten Handlung heisst nach dem Regelbuch Platzverweis. Der anschliessende Freistoss bringt keine weitere Gefahr. Büren tut sich mit der Überzahl und dem gewonnen Raum erst mal schwer und bekundet etliche Mühe, sich zu auf die neue Situation einzustellen. Das an Intensität und Spannung gewonnene Spiel beginnt zu stottern und wirkt nun zerfahren und ideenlos. Die Pause ermöglicht es beiden Teams, sich neu zu organisieren.


Nach Wiederanpfiff werden die, in der Kabine angesprochenen Themen offensichtlich. Der FCB hat einige Rollen neu definiert und agiert dadurch spritziger und zielbewusster. Die zweite Halbzeit ist erst drei Minuten alt, als sich, wie schon in vergangenen Spielen, Dino Dulepa ein Herz fasst. Der kernige Schuss aus 20 Metern, nach einer Ecke, verfehlt das Ziel nicht. Der Ball zappelt zur erstmaligen Führung unhaltbar im Netz. Obwohl der Volksmund sagt, dass das Spiel gegen zehn Mann kein Leichtes sei, geht der FCB mit der Führung im Rücken fahrlässig um. Die kontrollierte Spielweise ist hin, Hektik macht sich breit, das Spiel entwickelt sich zum Kampfspiel. Unnötige Karten folgen für nicht Einhalten des Abstandes und Reklamieren. Lengnau bleibt, trotz zahlenmässiger Unterlegenheit, durchaus gefährlich. Aus einem Konter ergibt sich die zweite Schlüsselszene des Spiels, Duplizität der Ereignisse könnte man sagen. Ein Lengnauer kann vor dem Sechzehner nur noch mit Foul gebremst werden. Für die Anhänger des Gastes war der Täter letzter Mann, ergo Rot. Aus Bürener Sicht stand mit scharfer Beobachtungsgabe durchaus ein zweiter Spieler „es Muggeseckeli“ weiter hinten – ergo Freistoss. Das dann der Tatort von Lengnauer Ultras (gem. Wikipedia „besondere Organisationsform für fanatische Anhänger einer Fussballmannschaft“, und bitte schön nicht böse gemeint) in den Strafraum verlegt wurde, ist nachvollziehbar, aber doch des Guten zu viel. Der Schiedsrichter verlor ob der Diskussionen komplett die Contenance und zückte für Dino Dulepa die gelbe und für Micael Santos Ferreira die rote Karte. Da ist was, gelinde ausgedrückt, total schief gelaufen. Hoffen wir für Micu, dass die Bestrafung entsprechend mild ausfallen wird. Der fällige Freistoss war an Harmlosigkeit nicht zu überbieten. Dann wurde wieder Fussball gespielt – und wie. Zuerst verpasste ein Lengnauer aus 4 - 5 Metern den Ausgleich. Praktisch im Gegenzug hielt Pascal Wolf mit einer mirakulösen Parade den Gast im Spiel. Luca Lauper hatte abgedrückt. Eingangs haben wir die Schimpftirade von Jarno Beyeler erwähnt, sie hat definitiv gefruchtet. Die Hinterleute Bürens, inklusive des Fehlbaren, verteidigten humorlos und bewahrten das Heimteam vor weiterem Schaden.


Über das ganze Spiel gesehen, hat sich Büren, dank des besseren Kollektivs, die Punkte verdient. Diese „Notaufstellung“ hat über weite Strecken des Spiels durch Kreativität und Kampfgeist überzeugt und für positive Lichtblicke gesorgt. Erstaunlich, wie sich Joaquim Mendes da Silva im ersten Spiel zu integrieren wusste. Wenn schon Blumen verteilt werden, darf man Dino Dulepa für seine mannschaftsdienliche Leistung und den Siegtreffer zum „Man of the Match“ gratulieren. Und nach der ultraschnellen Genesung, ist Fabrice Phillot aus der Verteidigung nicht mehr wegzudenken.


Danke Jungs für 3 wichtige Punkte, erreicht durch ein starkes Kollektiv.





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