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FC Azzurri Biel - FCB 3:1 - BT

Bieler Tagblatt vom 9. September 2013


Gegen Ende die Ruhe verloren


2. Liga regional Der FC Azzurri Biel hat gegen den FC Büren 3:1 gewonnen. Trotz Überlegenheit mussten die Italobieler bis kurz vor Schluss um den Sieg zittern.


Die Anhänger des FC Azzurri Biel versuchen in den Schlussminuten die Spieler mit Zwischen- rufen zu beruhigen. «Calma» und «Tranquillo» ist von den Rängen zu hören. Doch die Aufforderungen, wieder Ruhe ins Spiel zu bringen, verfehlen ihre Wirkung. Trotz der 2:1-Führung im Rücken agieren die Italobieler zunehmend nervöser und ungeschickter. Es ist dies das erste Mal an diesem Sonntagmorgen, dass die Gäste aus Büren Druck auf das Azzurri-Tor ausüben können. Und beinahe wird diese Schlussoffensive des FC Büren belohnt. Reto Rüttimann hat in der Nachspielzeit zuerst den Ausgleich auf dem Kopf, und kurze Zeit später auch noch auf dem Fuss. Doch es kommt anders. Quasi mit dem Schlusspfiff trifft Sergio Makengo nach einem Konter alleine vor dem Tor zum 3:1-Schlussstand.


Schwach im Abschluss

Es lag an Azzurris schlechter Chancenauswertung, dass die Italobieler bis zum Ende um den Sieg zittern mussten. Sie hatten sich in der ersten Halbzeit so viele Möglichkeiten erspielt, dass sie eigentlich schon zur Pause mindestens drei Tore hätten erzielen müssen. «Wir liessen zu viele Chancen aus. Das Spiel hätten wir bereits früher entscheiden müssen», sagte Azzurri-Trainer Antonello Gallo. Aber seine Spieler scheiterten immer wieder im Abschluss. Zum Beispiel liess Makengo seine Kaltblütigkeit - welche ihn letzte Saison zum Liga-Topskorer machte - mehrmals vermissen. Dafür zeichnete sich der Azzurri-Stürmer in der ersten Halbzeit als Passgeber aus. In der 19. Minute hatte er Sturmpartner Bejjani lanciert, der die Gastgeber in Führung schoss.


Es dauerte mehr als eine halbe Stunde, bis im Strafraum von Azzurri zum ersten Mal Hektik aufkam. Dafür verantwortlich war aber nicht ein Spieler des FC Büren. Das Handspiel von Azzurris Oppliger wurde jedoch vom Unparteiischen nicht geahndet. Als zwei Zeigerumdrehungen später sein Verteidigerkollege Costantino am Boden liegend mit der Hand einen Pass unterbunden hatte, entschied der Schiedsrichter dann doch auf Elfmeter. Diesen verwertete Dario Di Stefano souverän zum 1:1-Pausenstand.

Azzurri war auch zu Beginn der zweiten 45 Minuten spielbestimmend. Mit dem 2:1 (53.) liess Makengo doch noch seine Skorerqualitäten aufblitzen, und die Partie schien vorentschieden. Zu überlegen war Azzurri in den Zweikämpfen. Büren hatte weder Zeit noch Raum für den Spielaufbau. Umso überraschender kam das Nachlassen der Gastgeber in den letzten zehn Minuten. «Ein paar Spieler waren in der Schlussphase angeschlagen», erklärte Gallo das Abbauen seines Teams.


«Das war kläglich»

Auf der anderen Seite ging Rüttimann wegen seiner verpassten Chancen hart mit sich selbst ins Gericht: «Das war kläglich.» Über die Gründe, weshalb Büren erst gegen Spielende offensiv Akzente setzen konnte, war sich Rüttimann nicht ganz schlüssig. «Wir spielten wohl zu verhalten und hätten vielleicht mehr Risiko eingehen müssen. Azzurri ist von Beginn weg aggressiv aufgetreten, weshalb wir unser Spiel nicht aufziehen konnten», sagte Rüttimann, der auch das Amt des Assistenztrainers innehat.


Da Rüttimann selbst als Spieler auflief, konnte er den gestern geschäftlich verhinderten Headcoach Albertoz Murtaj an der Seitenlinie nicht vertreten. Deshalb übernahm Björn Beyeler diese Rolle, da er als ehemaliger Spieler die Mannschaft gut kennt. Als entscheidenden Nachteil wollte Rüttimann diesen Umstand nicht gelten lassen. «Björn hat mich während des Spiels gut unterstützt. Von draussen sieht er mehr als ich auf dem Platz», so Rüttimann, der heute noch einmal das Training leiten wird, ehe Murtaj zurückkehrt.


Moritz Bill

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