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Ein Abgang und ein Neustart

Bieler Tagblatt vom 3. Oktober 2013


Albertoz Murtaj ist nicht mehr Trainer des FC Büren. Bei Besa Biel gibt Kastriot Sheholli sein Debüt. Beide Teams treffen am Sonntag aufeinander.


Albertoz Murtaj weist beim FC Büren nicht mehr länger die Richtung Bild: Olivier Gresset


Moritz Bill


Albertoz Murtaj ist nicht mehr länger Trainer des FC Büren. Nach der 0:6-Klatsche gegen Aarberg letzten Sonntag kamen Murtaj und Präsident Willy Rüttimann im «gegenseitigen Einvernehmen» zu diesem Entschluss. Man habe sich nicht im Streit getrennt, sondern im Wohle des Vereins gehandelt, bekräftigen beide Parteien. Der bisherige Assistenztrainer und Spieler Reto Rüttimann übernimmt den Posten des Cheftrainers. Sein Assistent wird Thomas Lauper. Dieses Trainergespann soll bis zur Winterpause den Zweitligisten coachen. Dann werde laut Präsident Rüttimann die Lage neu beurteilt.


Den Ansporn verloren «Das ist die beste Lösung. Der Mannschaft hat zuletzt das Feuer gefehlt», sagt Murtaj. Der FC Büren liegt mit nur einem Punkt aus sechs Partien am Tabellenende. Ihm würde nach der bereits schwierigen letzten Saison die Kraft fehlen, um weiterzumachen, so Murtaj. Damals entging Büren nur knapp dem Abstieg. «Ich bin sehr ehrgeizig. Vielleicht habe ich zu viel gefordert», räumt Murtaj ein. Das grösste Problem sieht er im dünnen Kader. «Wenn es vorkommt, dass nur rund neun Spieler im Training anwesend sind, verliere ich den Ansporn.» Murtaj war letztes Jahr im Sommer vom Drittligisten Azzurri Lyss zum FC Büren gestossen.


Am Sonntag empfängt der FC Büren den FC Besa Biel. Die Biel-Albaner konnten zuletzt einen Zuzug vermelden. Der ehemalige Challenge-League-Spieler Kastriot Sheholli wird das erste Mal für das Team von Trainer Hakan Bucak spielberechtigt sein. Der 23-Jährige hatte im Februar beim FC Biel verletzungsbedingt die Saison frühzeitig beendet. Nach einem Leistenbruch plagten Sheholli andauernde Hüftschmerzen. Schliesslich entschied er sich dazu, eine längere Pause einzulegen. Sein Vertrag mit dem FC Biel wurde nicht erneuert. Jetzt wagt der schweizerisch-kosovarische Doppelbürger einen Neustart.


In Vaters Fussstapfen Vor einem Monat begann er bei Besa «ohne Ambitionen» zu trainieren. «Ich habe das Fussballspielen vermisst», erklärt Sheholli diesen Schritt. Da er ohne Schmerzen trainieren konnte, wird er nun auch ins Meisterschaftsgeschehen eingreifen. «Ich will dem Klub helfen, nachdem man mir die Möglichkeit gab, hier zu trainieren», sagt Sheholli. Der Kontakt zu Besa kommt nicht von ungefähr. Shehollis Vater hat früher für den KF Rinia gespielt, aus welchem nach einer Fusion mit dem FC Ceneri der FC Besa Biel entstanden ist. «Mein Bruder und ich haben früher oft die Spiele besucht», erinnert sich Kastriot Sheholli, dessen Bruder Labinot 114 Challenge-League-Spiele absolviert hat.


Besa-Trainer Bucak ist natürlich erfreut über den Neuzugang, dämpft aber die Erwartungen: «Das Wichtigste ist, dass er den Wiedereinstieg schafft. Aber seine Qualitäten sind im Training unübersehbar.» Zudem seien die Sheholli-Brüder für alle albanischen Fussballer im Seeland Vorbilder, was die Teamkameraden sicher motivieren werde, sagt Bucak. Sheholli wird vorerst bis zum Ende der Vorrunde bei Besa bleiben. Wie es dann weitergeht, lässt er noch offen.

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